peering

(partizipative Intervention)

2025 / Berlin Lichtenberg


Ausgangspunkt war eine einfache Geste im öffentlichen Raum. Passant:innen wurden angesprochen und dessen Haare in kleinen Ausschnitten fotografisch festgehalten. Diese Fotografien wurden im zweiten Schritt als Vorlage für ein Gedächtnisspiel verwendet.

Durch den Verzicht auf Gesichter bei der fotografischen Dokumentation verschiebt sich die Wahrnehmung: Haare treten als eigenständige Bildträgerinnen hervor – als Strukturen, Farben, Texturen, in denen sich individuelle wie kulturelle Einschreibungen andeuten. In einem von vielfältigen Lebensrealitäten geprägten Bezirk wie Lichtenberg, nicht zuletzt durch die vietnamesische Community, wird diese Differenz sichtbar, ohne eindeutig lesbar zu werden.

Die Arbeit entzieht sich der schnellen Identifikation und unterläuft den Impuls, visuelle Zeichen unmittelbar zuzuordnen. Der Blick bleibt suchend, vorläufig, offen für Mehrdeutigkeit.


Daher auch die Überführung der Fotografien in ein Memoryspiel. Das vertraute Prinzip des Wiedererkennens kippt hier ins Ungewisse: Die Bilder ähneln sich, ohne identisch zu sein. Das Spiel fordert ein präzises, wiederholtes Hinsehen – und konfrontiert die Spielenden mit den Grenzen ihrer eigenen Wahrnehmung.

Peeringist mehr als eine visuelle Sammlung. Es ist eine Übung im Sehen als soziale Praxis: ein Nachdenken darüber, wie Differenz wahrgenommen, erinnert und eingeordnet wird. Vielfalt erscheint nicht als klar definierbare Kategorie, sondern als ein Gefüge von Ähnlichkeiten und Verschiebungen, das sich nur im beharrlichen, selbstkritischen Blick erschließt.


Peering – ein tastendes, suchendes Hinsehen – ein Blick, der nicht festschreibt, sondern sich in ein Verhältnis zum Gegenüber setzt.



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peering

(participation intervention)

2025 / Berlin Lichtenberg


The starting point was a simple gesture in public space.Passersby were approached, and small sections of their hair were photographed.These photographs were then used as the basis for a memory game.

By omitting faces from the photographic documentation, perception shifts: hair emerges as an independent image carrier—as structures, colors, and textures that hint at individual and cultural inscriptions.In a district like Lichtenberg, shaped by diverse realities, not least by the Vietnamese community, this difference becomes visible without being clearly legible.

The work resists quick identification and subverts the impulse to immediately assign visual signs. The gaze remains searching, provisional, open to ambiguity.


Hence the transformation of the photographs into a memory game. The familiar principle of recognition tips into uncertainty: the images resemble each other without being identical.The game demands precise, repeated observation—and confronts players with the limits of their own perception. Peering is more than a visual collection.It is an exercise in seeing as a social practice: a reflection on how difference is perceived, remembered, and categorized.Diversity does not appear as a clearly definable category, but rather as a network of similarities and shifts that only reveals itself through persistent, self-critical observation.


Peering—a tentative, searching look—a look that does not fixate, but rather establishes a relationship with the other.